2. Europäische Konferenz über Religion, Spiritualität und Gesundheit | Konferenz | Endlich Leben-Gruppen

2. Europäische Konferenz über Religion, Spiritualität und Gesundheit

  • Bericht über die 2. europäische Konferenz über Religion, Spiritualität und Gesundheit in Bern vom 13.-15. Mai 2010
  • Auf der 3-tägigen Konferenz in Bern in der Aula des Inselhospiz, Bern, waren ca. 100 internationale (meist europäische) Teilnehmende anwesend. Die Konferenzsprache war Englisch.
  • Format Plenum: Es gab 11 Hauptreferate von jeweils 45 Minuten: Vorstellungen unterschiedlicher Forschungsfragen, wie Religion, bzw. Spiritualität sich auf körperliche oder seelische Gesundheit auswirkt.
  • Format Symposien: in kleineren Räumen war die Möglichkeit speziellere Themenfelder (z.B. Meditation, Gebet, Psychose, Coping bei Herzerkrankungen und Schmerztherapie)
  • Format Posterpräsentationen: Hier konnte man direkt mit Vertretern verschiedener Forschungsprojekte diskutieren oder sich bestimmte Ergebnisse genau erklären lassen.
  • Für meine Arbeit als Pfarrer waren die Themen (in Auswahl) und der Besuch dieser Konferenzen aus folgenden Gründen anregend und erhellend:
  • Prof. Dr. med. et scient. Raphael Bonelli (Sigmund Freud University Vienna, Austria)
  • Research in Forgiveness Therapy
  • Vergebung ist eine Coping-Strategie, die auf Gefühlsmanagment zielt, und sich auf Gesundheit positiv auswirkt durch Reduktion von einer (schädigenden) Haltung der Verbitterung.
  • Prof. Dr. med. Jean-Marc Burgunder
  • Department of Neurology, University of Bern
  • Spirituality in Medical Anthropology. Why? And how?
  • Klassische medizinische Anthropologie folgt noch einem rationalistischen, reduktionistischen Menschenbild. Durch systemische Perspektiven muss anerkannt werden, dass Organismen auf höheren Ebenen („Seele, Geist“) nach anderen Gesetzmäßigkeiten funktionieren.
  • Ass. Prof. Dr. theol. Niels Christian Hvidt
  • Research Unit of Health, Man and Society, University of Southern Denmark, Denmark
  • Theological Perspectives on Religious Coping 
  • Theologie hat immer schon das Problem des „Bösen“ unter dem Stichwort „Theodizee-Frage“ verhandelt. Im 21. Jahrhundert ist dies zur Schlüsselthematik geworden: Man kann nicht nach Gott fragen ohne die Klärung des „Bösen“ mit zu thematisieren. Leiden kann so zu einem „Anstoss des Glaubens“ in 2fachem Sinne werden: Hindernis zu und Hinweis auf Gott.
  • Hauptreferent: Prof. Dr. Kenneth I. Pargament
  • Dep. of Psychology, Bowling Green State University, USA
  • Wrestling with the Angels: Spiritual Struggles and their Implications for Health & Well-Being
  • Größere Lebenskrisen beeinflussen Menschen nicht nur körperlich, emotional und sozial, sondern auch spirituell. Machmal sind spirituelle Kämpfe sogar die tieferen Ursachen von Konflikten. 1. Geistliche Kämpfe sind keine Zeichen eines schwachen oder unreifen Glaubens, sondern normale Erscheinungen in allen Religionen. 2. Sie führen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen. 3. Sie können aber auch zu innerem Wachstum führen, wenn sie konsistent in das Glaubensgebäude integriert werden können.
  • Prof. Dr. med. Maria Kopp
  • Institute of Behavorial Sciences, Semmelweis University, Hungary
  • Meaning in Life, Religion and Health in a Changing Society
  • In einer groß angelegten Langzeit-Studie mit 12600 Ungarischen Einwohnern konnte nachgewiesen werden, dass der Faktor „Sinn“ (life meaning) signifikant mit dem Faktor positiver, christlicher Spiritualität korrespondiert und vielfältige positive Effekte auf Gesundheit und Sozialverhalten hat.
  • Hauptreferent: Prof. Dr. Harold G. Koenig
  • Duke University Medical Center, Durham, NC/USA
  • The Biological and Physiological Consequences of Religous Coping
  • In einem komprimierten Forschungsüberblick über „religiöse Copingstrategien“ (Religious Coping), diskutierte Koenig sein Modell, welche Vermittlungsfaktoren für seelische und letztlich auch körperliche Gesundheit durch Religiosität wirksam werden.
  • Dabei sind erstaunliche wissenschaftliche Ergebnisse in Langzeitstudien die: Die Sterblichkeitsrate verringert sich um 5-10 Jahre (Frauen/Männer) je nach religiöser Praxis. Er stellte sein komplexes Modell der Wechselwirkung von Gesundheit auf geistliches Leben und umgekehrt vor und belegt mit überwältigend vielen Studien, dass positive religiosität positiven Einfluss auf Gesundheit (negative religiöse Coping-Strategien entsprechend negative Wirkungen) haben.