Aus den Konfessionen…
In der ev. -ref. Kirchengemeinde St. Pauli in Lemgo und der vinyard in Bern waren die Initiatoren des endlich-leben.net zu Hause. Hier wurde das Endlich-Leben-Gruppenmodell in der Praxis erprobt und immer wieder überarbeitet. Die Gemeinde ist heute im Feld der missionarisch-diakonischen Arbeit in unterschiedlichste Richtungen gewachsen. Neben Endlich-Leben-Gruppen gibt es verschiedene Seelsorgeangebote, Hilfedienste (n.e.t.z.) und eine Kaffeestube für Menschen am Rande der Gesellschaft.
Durch das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend in Berlin wird die Gemeinde als Modellprojekt "Mehrgenerationenhaus" für 5 Jahre gefördert.
Alles nahm seinen Anfang mit der Sehnsucht: Wie können wir Menschen da mit dem Evangelium erreichen, wo sie wirklich leben?
1992 wurde eine christliche Kultur-Kneipe von jungen Erwachsenen gestartet. Dort stand auch die Wiege der christlichen 12-Schritte-Gruppen, heute Endlich-Leben-Gruppen.

Aus den Drogen zum Pastor?
Der Mitbegründer Gero Herrendorff erzählt aus seinem Leben. Durch die Gemeinde (damals noch basileia Bern) wurde er geprägt und hat dort seinen Dienst als Seelsorger und Leiter der Endlich-Leben-Gruppenarbeit bis zum März 2008 durchgeführ. Hier seine persönliche Geschichte:
Wie wurde ich derart abhängig und wie war dann diese enorme Wandlung möglich?
Ein tiefer Schock prägte mein Leben
Meine Eltern stammten aus dem Baltikum. 1939 wurden sie nach Posen umgesiedelt. Dort kam ich zwei Jahre vor Kriegsende 1943 zur Welt. Als 2jähriger erlebte ich 1945 meine erste Flucht vor den Russen von Posen nach Berlin.
Bei einem der vielen Tieffliegerangriffe erlitt ich einen ersten schweren Schock, dessen Folge ein starkes Stottern war. Ein zweiter Schock verstärkte das Stottern noch, als ich mit etwa 3 Jahren erlebte, wie meine Mutter von zwei russischen Soldaten vergewaltigt wurde. Ich soll mit aller Kraft geschrien und am Bettchen gerüttelt haben.
Dieses Handicap prägte den weiteren Verlauf meines Lebens. Nach der Rückkehr meines Vaters aus der Kriegsgefangenschaft wurde die Ehe meiner Eltern geschieden. 1952 flüchtete meine Mutter mit meinem Bruder und mir und meinem heutigen Stiefvater nach Westberlin. Dies bedeutete für mich die endgültige Trennung von meinem Vater.
Meine Behinderung machte mir schwer zu schaffen und ich litt sehr darunter, mich nicht fließend artikulieren zu können. Dieses Handicap verunmöglichte mir sogar meinen Wunschtraum, Seeoffizier (Kapitän zu See) zu werden. Nach der Schulzeit begann ich die Ausbildung zum Seemann. Irgendwann wurde mir dann klar, daß eine berufliche Offzierslaufbahn durch diese Behinderung wirklich ausgeschlossen war, und ich brach die Ausbildung ab. Dieses Scheitern gab den Ausschlag für meine Flucht in die Sucht.
mehr findet sich hier zum runterladen…
Ein Erfahrungsbericht aus Bonn (FeG in Bonn)
„Du bist doch in der Endlich-leben- Gruppe für Männer“, sagt die ältere Dame mit dem markanten Kurzhaarschnitt nach dem Sonntagsgottesdienst.
In ihrer Stimme liegt etwas Vibrierendes: „Hast Du das denn überhaupt nötig?“ Der verdutze Angesprochene antwortet freundlich – und ausweichend.
So wird die Nachfrage bei anderer Gelegenheit bohrender: „Nun sag doch mal, welche Themen besprecht Ihr gerade in der Gruppe?“ „Das ist keine Diskussionsrunde“, sagt der Angesprochene spitz und erläutert das Anliegen der Endlich-leben-Gruppen, die in Gemeinden wachsenden Zuspruch finden. Die Antworten befriedigen nicht. Ein gewittriger Blick oder ein leises Achselzucken sind unübersehbar, auch gehört nicht viel dazu, einen Gedanken – einem Ticker gleich – von der Stirn zu lesen: „Ein komischer Heiliger! Der muss es nötig haben. Und geheimniskrämerisch ist er wie die anderen Männer der Gruppe auch“.
Hilfe für normale“ Menschen
Doch mit Schneckenhaftigkeit oder eitler Wichtigtuerei hat dies wenig, mit einem Prinzip dieser Selbsthilfegruppe viel zu tun: Vertraulichkeit, Diskretion und Anonymität zu wahren, ist unverzichtbar für jeden einzelnen und für die Gruppe. Endlich-leben-Gruppen, getrennt für Frauen und für Männer angeboten, bieten einen geschützten Raum für Menschen mit Nöten, Verstrickungen und Problemen, die nicht mehr überleben, sondern „endlich leben“ wollen. Bei der ersten Männergruppe in der FeG Bonn – Frauen fühlen sich von dem Angebot weitaus häufiger angesprochen – steht immer ein Papierkegel auf dem Tisch. „Was Du hier hörst bitte lass’ es hier!“ Sieben Männer sind es, die sich im Oktober 2004 erstmals um einen Tisch im Gemeindehaus versammeln – alle „mitten im Leben stehend“, durchschnittlich 45 Jahre alt, Familienväter, Ehemänner und ein Single. Von Beruf sind sie Programmierer oder EDV-Spezialist, Polizeibeam ter oder Gewerbetreibender in der Druckbranche, Fotograf oder Redakteur – von außen betrachtet, eine ideale Mannschaft für die Öffentlichkeitsarbeit. Alle bleiben „dran“ – zwei Jahre lang.
Mehr zur Runterladen im Artikel hier…
Hatten Sie schon immer nach dem Werkzeug für Ihre Arbeit mit Insassen deutscher Gefängnisse gesucht.
Endlich-Leben-Gruppen eigenen sich auch für die Gefängnisarbeit in den Justiz-Vollzugsanstalten. Nach einem Pilotprojekt durch die kath. deutschlandweit tätige Gefängnisarbeit EMMAUS in Süddeutschland bieten sie auch Endlich-Leben-Gruppen an.
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Emmaus unter der Leitung von Sr. Angelika Lang haben einen ersten Durchgang mit dem Endlich-Leben-Progamm in einem süddeutschen Gefängnis erprobt. Nun läuft der zweite Kurs an. Nach guten Erfahrungen mit dem ALPHA-Kurs-Modell hat sich das Endlich-Leben-Programm als Erweiterung und Vertiefung bewährt. Ein Interview mit einem Kursteilnehmer, der jetzt im zweiten Durchgang zum Mitarbeiter wurde findet sich hier:
"Lebenslänglich " – und doch – "Endlich Leben!"
Arbeitsmaterial für Gefängnisarbeit mit Endlich-Leben-Gruppen zum Runterladen.


